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Mercedes CLA: Das „Ein-Liter-Auto“ der E-Mobilität, sagt Brudermüller

von Constantin Hoffmann an Jul 22, 2025

Mercedes CLA: Das „Ein-Liter-Auto“ der E-Mobilität, sagt Brudermüller

Ein „Ein-Liter-Auto“ – aber elektrisch: So beschreibt Aufsichtsratschef Martin Brudermüller den neuen Mercedes CLA. Dabei geht es nicht um Sprit, sondern um Effizienz, Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Warum der CLA für Mercedes zum Symbol der Transformation wird, wie China und Software den Kurs bestimmen und weshalb Europa laut Brudermüller unter seinen Möglichkeiten bleibt, liest du hier.

Warum Brudermüller den CLA zum „Ein-Liter-Auto“ der E-Mobilität macht

Für Brudermüller ist der CLA das „Ein-Liter-Auto“ der E-Mobilität: minimaler Verbrauch, maximale Effizienz, hohe Reichweite, schnelle Ladefähigkeit – dazu eine eigene Mercedes-Software. Der CLA markiert den Start einer neuen Produktoffensive: effizient, digital eigenständig und klar auf Elektromobilität ausgerichtet. Damit soll das Porsche- und Tesla-geprägte Premiumsegment nicht kopiert, sondern mit Mercedes-Genen neu interpretiert werden.

China, USA, Software: Der strategische Spagat

Brudermüller fordert eine Balance zwischen den USA und China. Er warnt vor Pauschalurteilen, betont aber: „Die Chinesen sind bei Schlüsseltechnologien weit vorn.“ Für Mercedes bedeutet das: China bleibt Absatz- und Technologiemarkt – trotz Zöllen, Preiskämpfen und rasantem Tempo. Gleichzeitig belasten in den USA hohe Zölle und ein schwacher Dollar. All das trifft auf eine Branche, die neben Elektromobilität auch Software zur Kernkompetenz machen muss. „Das zusammen wirkt natürlich auf das Unternehmen – und wir müssen für alles Lösungen finden.“ Eine stramme Aufgabe, wie Brudermüller sagt.

Effizienz trifft Software: Was der neue CLA wirklich kann

Der neue CLA soll nicht nur weniger verbrauchen, sondern auch softwareseitig auf Augenhöhe mit den Besten sein. Eigene Infotainment- und Softwareplattformen sollen Abhängigkeiten reduzieren. Mercedes holt damit bei Themen wie User Experience, Over-the-Air-Updates und digitalem Cockpit auf – Felder, in denen chinesische Marken oder Tesla früh gepunktet haben. Brudermüller räumt ein: „Wir haben als westliche Hersteller zu lang nicht erkannt, wo das hingeht.“ Genau deshalb setzt Mercedes jetzt auf Effizienz + Software als Doppelstrategie.

Wettbewerb mit Tesla & China-Marken: Bewertung vs. Substanz

Bei Tesla sieht Brudermüller die Kapitalmarkt-Bewertung kritisch: „Verrückt und nicht gerechtfertigt.“ Tesla profitiert vom Tech-Label, während Mercedes noch als klassischer Autohersteller wahrgenommen wird. Ziel ist, über eine klare Produktpolitik (wie den CLA), konsequente Technologiearbeit und Markenstärke auch ein Stück dieser Tech-Bewertung zu erhalten. Gleichzeitig rückt die Konkurrenz aus China immer näher. Wer den Fünfjahresplan liest, „weiß, was passiert“. Heißt: China plant, investiert, liefert – in Rekordtempo. Mercedes muss sich an „China-Speed“ gewöhnen.

Europa zwischen Anspruch und Realität

Brudermüller blickt über Mercedes hinaus: Europa schöpfe sein Potenzial nicht aus. „Wie ein intelligentes Kind, das faul in der Schule ist.“ Ambition, strategischer Wille, Zielklarheit – daran hapert es laut ihm. Sein Appell: Europa muss sich als aktiver Gestalter zwischen USA und China positionieren. Denn Klimaschutz, Elektromobilität und Technologieführerschaft gelingen nur im Verbund – nicht im Rückwärtsgang.

Fazit: Chancen nutzen, Tempo halten

Der CLA als „Ein-Liter-Auto“ der E-Mobilität ist mehr als Marketing: Er steht für Mercedes’ Anspruch, Effizienz, Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Software zu vereinen. Doch die Taktzahl steigt: geopolitische Spannungen, Preisdruck aus China, Software-Rallye im Premiumsegment. Brudermüllers Botschaft ist klar: Kooperation statt Blockade, Tempo statt Zögern, Fokus statt Klein-Klein. Nur so kann Mercedes – und Europa – vorn bleiben.